Schluss mit dem schlechten Gewissen!

Die meisten Business-Mamas quält diese eine Frage: „Schade ich meinem Kind, wenn ich arbeiten gehe?“. Nicht selten suggeriert uns das ja auch unser soziales Umfeld. Freunde und Bekannte, ja oftmals auch die eigene Familie, sind doch vorrangig der Meinung, dass Mamas bei ihren Kindern bleiben sollten. Das sei doch irgendwie besser so für die Kleinen…

Aber ist das wirklich so? Oder ist das eines der vielen traditionellen Rollenbilder, die wir allesamt seit unserer eigenen Kindheit eingebläut bekommen haben?

Wenn eine Mama sich dazu entscheidet, wieder arbeiten zu gehen, ist dies meist eine finanzielle oder persönliche Entscheidung – oder auch beides. Wir Frauen sollten diese Entscheidung selbst treffen können, weil wir es so wollen. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Doch viele von uns plagt es, das schlechtes Gewissen: Gegenüber unseren Kindern, unserer Familie und sogar gegenüber uns selbst. Wir sorgen uns, dass durch unsere Berufstätigkeit unsere Kinder doch irgendwie einen Schaden nehmen könnten.

Eine Studie der Harvard Business School Professorin Kathleen McGinn hat es nun aber sogar wissenschaftlich bestätigt:

Die Kinder von Business-Mamas entwickeln sich ebenfalls zu glücklichen Erwachsenen!

Und ganz nebenbei gehören sie häufig auch zu den High Achievers ihrer Generation…

Na wenn das mal nicht gute Neuigkeiten sind! Und die von Harvard werden es wohl wissen.

Die Studie brachte ans Licht, dass Töchter von berufstätigen Müttern im Vergleich zu Töchtern von nicht berufstätigen Müttern 1,21 mal so häufig selbst auch einer eigenen Tätigkeit nachgehen werden. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit 1,29 mal so hoch, dass sie in einer Führungsposition tätig sind. Im Schnitt sind sie auch engagierter in der Arbeit und verdienen mehr als Töchter von nicht-berufstätigen Müttern.

Quelle: https://hbswk.hbs.edu/item/kids-of-working-moms-grow-into-happy-adults, aufgerufen am 8.2.2020

Aber auch auf unsere Söhne hat das Business-Mama-Vorbild einen positiven Einfluss: Söhne von berufstätigen Müttern legen großen Wert auf Gleichberechtigung und somit eine faire Rollenverteilung zwischen Mann und Frau – mehr sogar als die Töchter von nicht-berufstätigen Mamas! Und sie suchen sich tendenziell Frauen, die ebenfalls später berufstätig sein möchten.

Und Professor McGinn hat noch weitere interessante Tatsachen herausgefunden: Das Rollenbild einer Frau, welches wir unseren Kindern vermitteln, wird durch die Berufstätigkeit der Mutter positiv geprägt. Eine berufstätige Mama in der Komplexität des Alltags mit Job, Familie und Haushalt zu erleben zeigt unseren Kindern, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kein Traum sein muss.

Für unsere Kinder ändert sich dadurch das klassische Rollenverständnis, mit welchem wir selbst groß geworden sind. Sie können somit eigene, selbst bestimmte Wege gehen. Und unsere Töchter müssen vielleicht mal nicht mit so vielen Vorurteilen gegen das Business-Mama-Dasein ankämpfen, wie wir das im Alltag erleben. Und sie werden von Männern unterstützt, die ihren Wert für die Familie ebenfalls erkannt haben und aktiv im Familienalltag eingebunden sind. Das sind, so finde ich zumindest, mal schöne Zukunftsszenarien…

Besonders interessant war auch die Befragung der mittlerweile erwachsenen Kinder von Business-Mamas bei Caterpillar Inc., dem weltweit größten Baumaschinenhersteller mit Sitz in den USA. Auf die Frage, welchen Ratschlag sie berufstätigen Müttern heute geben würden, unter Berücksichtigung ihrer eigenen Kindheitserfahrungen, sagten diese sinngemäß: „Just chill. We are doing great.“

Also können wir, wenn wir unseren Kindern morgens ein Abschiedsbussi geben, künftig frei vom schlechten Gewissen in die Arbeit fahren. Und lernen vielleicht auch, dass es wirklich ok ist, eine Business-Mama sein zu wollen.

Falls Du Dir die Studie genauer ansehen möchtest, kannst Du diese hier finden:
https://hbswk.hbs.edu/item/kids-of-working-moms-grow-into-happy-adults

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