Kindern Corona erklären

(aktualisiert am 8.3.2020)

Der Corona-Virus und seine stetige Ausbreitung ist in den Medien allgegenwärtig. Längst ist er nicht mehr nur ein Problem, mit dem sich die Chinesen auseinandersetzen müssen. Auch in Deutschland sind bereits zahlreiche Menschen aller Altersklassen erkrankt. Auch Kinder. Mit Stand 8.3.2020 meldet das Robert-Koch-Institut, kurz RKI, bereits 847 bekannte Fälle in fast allen Bundesländern. Die aktuellen Zahlen findest Du hier: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

Eine Ausbreitung ist laut RKI nicht mehr aufzuhalten, es ginge nur noch um die Entschleunigung der weiteren Verbreitung. Ziel ist es also, Zeit zu gewinnen. Zeit, um sich bestmöglich auf den Worst-Case vorzubereiten, Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Gruppen zu implementieren (Ältere und immungeschwächte Menschen) oder die Behandlungskapazitäten in Kliniken zu erhöhen. Aber natürlich auch Zeit, um die Eigenschaften des Virus besser zu verstehen, um antivirale Medikamente zu entwickeln und um die Impfstoffentwicklung voranzutreiben.

Auch an unseren Kindern geht die Angst, die der Corona-Virus verbreitet, nicht spurlos vorbei. Natürlich ist dies stark vom Alter abhängig. Aber durch die enorme mediale Präsenz des Themas und die vielen Gespräche, die im Umfeld der Kinder von uns Erwachsenen geführt werden, bekommen sie natürlich mit, dass da was „nicht ganz in Ordnung ist“.

Mein Ältester ist 8 und hat mich schon zu Beginn des Ausbruchs in China gefragt, ob der Corona-Virus auch zu uns kommt. Er hat das im Radio mitbekommen. Es beschäftigt ihn, er macht sich Sorgen. Also haben wir als Eltern entschieden, ihm so gut es geht zu erklären, was da in der Welt gerade vor sich geht, ohne ihm Angst zu machen. Ich kann das allen Eltern nur ans Herz legen, den Kindern zu erklären, was gerade passiert.

Von unseren Kindern fern halten können wir das Thema eh nicht mehr.

Also lieber proaktiv und kindgerecht erklären.

Als Eltern sollten wir uns mit dem Thema sowieso intensiv beschäftigen und verstehen, weshalb sich der Virus so schnell ausbreiten kann und wie wir unsere Kinder vor einer Ansteckung schützen können. Oder zumindest die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung auf das nötige Minimum zu reduzieren. Denn mit ein paar einfachen Verhaltensregeln, die unsere Kinder auch verstehen, können wir viel für ihren Schutz tun:

Das Wichtigste ist das regelmäßige Händewaschen!

Wir sind ja nun mal nicht den ganzen Tag bei unseren Kindern, also müssen sie verstehen, dass dies eine ganz wichtige Schutzmaßnahme ist. Wie viele andere Viren auch überträgt sich der Corona-Virus von Mensch zu Mensch vorrangig per Tröpfcheninfektion. Also entweder direkt über die Schleimhäute der Atemwege (z.B. wenn man direkt angehustet wird) oder aber indirekt über die Hände (welche dann mit der Nasen- oder Mundschleimhaut oder der Augenbindehaut in Kontakt kommen). Das geht also recht einfach. Kinder fassen sich ja doch recht gerne ins Gesicht, zu allen nötigen und nicht so nötigen Anlässen. Sie müssen also verstehen, dass sie das unterlassen müssen, so gut das eben bei einem Kind geht.

„Hustenetiquette“ üben!

Sowohl in der Schule als auch im Kindergarten wird es vorkommen, dass ein Kind, auch das eigene, hustet oder niest. Deswegen muss es ja nicht gleich den Corona-Virus haben. Aber auch Kinder können lernen, nicht frei raus zu husten oder in die Hand zu husten, sondern in die Armbeuge oder in ein Taschentuch, welches dann auch gleich entsorgt wird. Das habe ich meinen Kindern gezeigt und erklärt, sie haben es erstaunlich schnell umgesetzt.

Krankheitssymptome frühzeitig erkennen!

Da die Symptome bei einer Corona-Viren-Erkrankung denen einer „normalen“ Grippe oder auch einer Erkältung, wie z.B. Husten, Schnupfen, Halskratzen oder Fieber, sehr ähnlich sind, müssen wir Erwachsenen verantwortungsbewusst diese Warnsignale wahrnehmen. Manche bekommen auch Durchfall. Alles nicht gerade selten zu dieser Jahreszeit, das ist klar. Zeigt Dein Kind Symptome, so solltest Du den Hausarzt telefonisch kontaktieren und einen Termin ausmachen. Man sollte keinesfalls mit einem erkrankten Menschen einfach so in der Arztpraxis aufkreuzen. Zu hoch ist das Risiko einer Ansteckung, im Fall der Fälle.

Situation Ernst nehmen, im Zweifel das
Kind zu Hause lassen!

Denn: Die Inkubationszeit beträgt bis zu 14 Tage. Das Problem ist, dass ein bereits infizierter Mensch noch keine Symptome zeigen muss, aber trotzdem ansteckend ist. Er oder sie verbreitet also den Virus, ohne es zu wissen. Also im berechtigten Zweifel zu Hause bleiben. Und ehrlich die Schule, den Kindergarten bzw. den Arbeitgeber informieren. Es geht nicht nur um mich oder mein Kind. Ich sehe das so: Möchte ich verantwortlich dafür sein, dass andere sich bei mir oder meinem Kind anstecken, nur weil ich es nicht Ernst genommen habe? Im schlimmsten Fall stirbt ein Mensch, der schon immunschwach ist, wegen meines Fehlers. Nein. Das würde ich definitiv nicht wollen. Also müssen wir als Eltern auch entsprechend handeln.

Menschenmassen meiden!

Hierüber lässt sich natürlich streiten. Soll man sich in seinem Leben nun einschränken, nur weil ein paar Leute den Corona-Virus haben? Nun, dass muss sicher jeder für sich und seine Familie entscheiden. Ich verfahre hier aber lieber nach dem Prinzip „better save than sorry“. Eines ist klar, so schreibt es auch das RKI: „Auf globaler Ebene handelt es sich um eine sich sehr dynamisch entwickelnde und ernst zu nehmende Situation. Für eine abschließende Beurteilung der Schwere der neuen Atemwegserkrankung liegen gegenwärtig nicht genügend Daten vor. Bei einem Teil der Fälle sind die Krankheitsverläufe schwer, auch tödliche Krankheitsverläufe kommen vor. Mit einem Import von weiteren Fällen nach Deutschland muss gerechnet werden. Auch weitere Übertragungen, Infektionsketten, lokale Infektionsgeschehen und Ausbrüche sind in Deutschland möglich.“
Ich möchte mich daher aktuell weder mit meinen Kindern in ein Flugzeug setzen noch auf Großveranstaltungen gehen. Mir persönlich ist das Risiko zu groß und der Schmerz des Verzichts erscheint mir nicht vergleichbar mit dem Schmerz der Erkrankung und dessen Folgen. Aber wie gesagt, das beurteilt sicher jeder anders.

Wenn Du Dich näher mit dem Thema beschäftigen möchtest, empfehle ich Dir folgende Websites:

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